Viele Menschen wissen es nicht: Kaninchen sind keine Einzelgänger. Im Gegenteil – sie sind hochsoziale Tiere, die in der Natur in Gruppen leben. Sie kommunizieren über Körpersprache, putzen sich gegenseitig, kuscheln beim Ruhen und geben sich Sicherheit. Die Einzelhaltung von Kaninchen ist deshalb weder artgerecht noch tierfreundlich – sie bedeutet für das Tier Isolation und psychischen Stress.
Auch wenn Kaninchen Menschen gegenüber zutraulich oder verschmust erscheinen, können wir niemals einen Artgenossen ersetzen. Nur andere Kaninchen „sprechen dieselbe Sprache“, verstehen ihre Körpersignale und geben ihnen das soziale Miteinander, das sie brauchen.
Auch wenn die Einzelhaltung grundsätzlich nicht artgerecht ist, gibt es Einzelfälle, in denen sie vorübergehend oder sogar dauerhaft notwendig sein kann. Manche Kaninchen leiden unter schweren Krankheiten, chronischen Schmerzen oder psychischen Traumata, die ein Zusammenleben mit Artgenossen unmöglich machen. In solchen Fällen kann Einzelhaltung die stressfreiere und tiergerechtere Lösung sein. Besonders, wenn alle Vergesellschaftungsversuche mehrfach gescheitert sind.